Besinnung

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Wenn Sie mit Familie verreisen, haben Sie vielleicht schon Rituale entwickelt, durch die Abreise bzw. Ankunft oft ähnlich sind. Vielleicht nimmt man sich zuerst eine Tageszeitung oder trinkt einen Kaffee – oder singt ein Danklied.

Dass Gott uns auf unseren Wegen begleitet, wünschen wir uns oft in Gottesdiensten oder zu Taufen. Warum nicht einfach auch vor einer Reise ?

Wer das mal probieren will oder es schon getan hat, trifft auf alte Gebete und Segensworte, die z.B. in Irland überliefert worden sind. „Sich regen bringt Segen“ heißt ein deutsches Sprichwort. Wer losgeht, braucht dies nicht auf sich allein gestellt und auf sich bezogen tun.

Afrikanische baptistische Christen habe ich bei Besuchen in Berlin oft in enger Gebetsgemeinschaft oder beim Singen eines afrikanischen Reiseliedes getroffen – und war beeindruckt über die tiefe Frömmigkeit der Gäste. Ist es nur dort eine Tradition ?

Weit verbreitet war in Europa die Reisen und Pilgerfahrten, die oft mehrere Wochen entbehrungsvoller und gefährlicher Reisezeit bedeuteten. Wer mit Gottes Segen reiste, stellte sich bewusst unter seinen Schutz.

Für unsere übervollen Autobahnen und Städte ist das eigentlich ein gutes Vorbild: Meine Wege will ich mit Gott gehen .- auch die Reisewege, die mich jedes Jahr in übervolle, oft nervende Gebiete führen…

Ein irisches Segenswort sagt es so:

 „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,

mögest du den Wind im Rücken haben,

und bis wir uns wiedersehen, und bis wir uns wiedersehen,

möge Gott seine schützende Hand

über uns halten.“

Inzwischen sind einige Lieder daraus entstanden, die wir gern singen – warum nicht auch allein oder im kleinen Kreise ?

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches Lied und eine gesegnete Sommerzeit,  Ihr Pfarrer Ingolf Göbel.

 

Oktober/November 2007

Leben vergänglich ist, dass wir selber es sind. Fallende Blätter: Zeiten, in denen der Boden unter den Füßen weggerutscht ist, das Gefühl, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll. Ja, auch so ist der Herbst. Erinnerung an die schweren Zeiten, daran, dass die bunten und hellen und warmen Tage vergänglich sind, Bedrohung, dass mein Leben dunkel und kalt werden könnte.

Umso erstaunlicher, wie Hilde Domin den Herbst beschreibt: „Es knospt unter den Blättern. Das nennen sie Herbst." Hilde Domin macht darauf aufmerksam, dass in der Vergänglichkeit schon neues Leben angelegt ist: Unter den fallenden Blättern verbergen sich schon die Knospen, die sich im Frühjahr entfalten werden. Und hinter der Zeit der Kälte und Dunkelheit taucht am Horizont schon der Frühling mit neuer Wärme und neuem Licht auf. Das, was wird, braucht diese Zeit, das Leben braucht Ruhe, um reifen und wachsen zu können und sich dann in seiner ganzen Pracht zu entfalten. Manchmal ist es mit den dunklen kalten Zeiten unseres Lebens genauso. Wenn wir die Richtung verloren haben und orientierungslos geworden sind, brauchen wir oft eine Zeit der Ruhe, in der wir Kraft schöpfen können und unserer Leben neu ordnen können.

nach Tina Willms

Herbst: Es knospt unter den Blättern …

Keine andere Jahreszeit löst so gemischte Gefühle aus wie der Herbst: Die letzten warmen Sonnenstrahlen, ihr weiches Licht, in dem die Welt sanfter aussieht; die klare Luft, als habe jemand sie vom Staub frei gewischt.

Die Bäume, ihr Laub, manchmal in fast unglaublichen Farben, sodass man gern ein zweites Mal hinschaut. Aber  

fast immer mischt sich in dieses Genießen eine Wehmut hinein, und der Herbst macht melancholisch und nachdenklich: Nicht mehr lange, dann werden die Blätter fallen und die Bäume kahl und starr aussehen. Immer kürzer werden die Tage und die Abende länger, und gleichzeitig wird es kalt und ungemütlich. Wie keine andere

Jahreszeit erinnert der Herbst daran, dass die warmen und hellen und bunten Zeiten vergänglich sind, dass das