100. Todestag von Josef Freinademetz

 Dass die Steyler Missionare heute ihre zahlenmäßig größte Verbreitung in Asien haben, erklärt sich aus der Missionsgeschichte des Ordens. Diese ist eng verbunden mit dem Namen Josef Freinademetz, der am 15. April 1852 in Südtirol geboren wurde. Dort (in Brixen) empfing er 1875 die Priesterweihe und übernahm eine Stelle als Kaplan von St. Martin im Gardertal. Am 27. August 1878 trat er in das Missionshaus St. Michael in Steyl ein. Nachdem der Orden China als Missionsgebiet erwählt hatte, zählte Josef Freinademetz 1879 zu den ersten beiden China-Missionaren. In Südshantung in China wirkte er unermüdlich bis zu seinem Tod am 28. Januar 1908. Auch Verfolgungen und die Ermordung von Mitpatres konnten ihn nicht von seinem missionarischen Weg abbringen. Josef Freinademetz wurde 2003 heilig gesprochen.






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20. Todestag von Rose Ausländer

In der Sprache wohnen – so kann man vielleicht das Leben der deutschsprachigen jüdischen Lyrikerin Rose Ausländer überschreiben. In der Sprache wohnen, da ihr eine andere Heimat nie dauerhaft beschieden war und dieser Umstand ihr Werk mitgeprägt hat. Am 11. Mai in Czernowitz/Bukowina (Österreich) geboren, musste sie die Heimat schon 1920 verlassen, erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft, die ihr später zeitweise aberkannt wurde, lebte in Bukarest, musste dort 1941 ins Ghetto ziehen; zwei Jahre lang lebte sie dort, ein weiteres in Verstecken, um der Deportation zu entgehen. Nach der Befreiung ging Rose Ausländer nach New York und kam 1966 nach Deutschland. Die letzten zehn Jahre bis zu ihrem Tod am 3. Januar 1988 in Düsseldorf war sie ans Bett gefesselt – auch da die Sprache wieder eine Heimat. Im Mittelpunkt ihrer Gedichte stehen das Grauen der Verfolgung, die Trauer um die verlorene Heimat, Erinnerungen an die Eltern und an glückliche Kindertage, die Erfahrung von Verlassenheit und Einsamkeit in der Fremde.