Einheit der Christen - auf der Homepage der Dorfkirche Berlin Alt - Marzahn 

Den Befürwortern der ökumenischen Annäherung zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche geht es wie Fans eines wechselhaft spielenden Fußballclubs: Nach vorsichtig keimenden Erwartungen auf eine spielerische Hochphase folgt rasche Ernüchterung. Nach dem Konsenspapier zur Rechtfertigungslehre von 1999 gab es zunächst ökumenische Hoffnungen, bis schmerzhafte Rückschläge für Ernüchterung sorgten. Das Konsenspapier erfuhr gerade im evangelischen Raum unerwartete und zum Teil schroffe, ungerechtfertigte  Kritik; die Erklärung „Dominus Jesus“ aus dem Jahr 2000 stellte den evangelischen Kirchen unumwunden ihr Kirchesein in Abrede. Erst mit dem Ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom anlässlich des evangelischen Kirchentages im Juni 2007 schien endlich neue Spielfreude auf dem ökumenischen Rasen zu erwachen, die aber postwendend vom empfindlichen Gegenschlag des Vatikanischen Papiers zum Thema „Kirche“ vom August 2007 gebremst wurde: Erneut werden die evangelischen Kirchen massiv brüskiert. Jede weitere Hoffnung auf substanzielle ökumenische Fortschritte scheint damit für die nächste Zeit illusorisch. Gerade darum ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen unverzichtbar. Und trifft das diesjährige Motto die Situation: Betet ohne Unterlass! Denn bei allen Unterschieden können die Christen aller Konfessionen miteinander beten, ja müssen miteinander beten. Denn Ökumene ist anders als die Formstärke eines Fußballteams nicht saisonabhängig.

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Das Anliegen der Ökumene ist zu wichtig, um es der Kirchen leitenden Ebene zu überlassen. Denn „unter der Käseglocke“ scheint manchmal die Lust am Streit größer als der Wille zum Ausgleich und das Augenmerk stärker auf das Trennende als das Gemeinsame gerichtet sein. Dann ist es schon ein Glück, dass die Gemeinden sich die über viele Jahre aufgebauten guten Kontakte nicht zerreden lassen. Dass man mehr miteinander und weniger übereinander spricht.

 

100 Jahre Gebetswoche für die Einheit der Christen

Pater Paul Wattson, Priester der Episkopalkirche, schlug 1908 die Tage zwischen dem 18. und 25. Januar als Gebetstage für die Einheit der Christen vor. Dadurch rahmen die beiden Apostel Petrus (18. Januar: Fest zur Übertragung des Hirtenamtes an Petrus (früher)) und Paulus (25. Januar: Gedenktag Pauli Bekehrung) diese Tage ein. Ein gutes Symbol, denn die beiden Apostel hatten bei der Ausbreitung des Glaubens auch manche Differenzen auszutragen und hielten dabei immer an der Einheit fest.