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Mit Jesus auf dem Weg Die Geste ist bekannt: der erhobene Daumen. Von Jugendlichen im Bus oder auf der Straße. Von Fußballspielern nach einem gelungenen Pass oder erfolgreichem Torschuss: „Prima. Gut gemacht. Alles klar!“ Eine Alltagsgeste. Und auch ein Neujahrswunsch: Dass es gut gehe in den kommenden Wochen und Monaten. Eine Alltagsgeste. Wie überraschend sie an einer Statue des auferstandenen Jesus in der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen zu sehen. Fast salopp, ja lässig – und doch passend. Der Tod ist überwunden, das Leben hat den Sieg davon getragen. Nicht nur für mich selbst, sondern für alle Menschen. – Prima! Alles klar. Oder kirchlich gesprochen: Halleluja! Peter Kane |
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Und die Szene
erinnert mich an etwas anderes: An den Daumen am Straßenrand. Auch wenn
man ihn aufgrund der Gefahren des Trampens aus gutem Grund seltener
sieht, ist doch bekannt, was der Daumen am Straßenrand besagt: Nimm mich
mit! Und wird darin auch zu einer Neujahrsgeste. Der Auferstandene
bittet mich am Anfang des neuen Jahres ihn mitzunehmen auf meinem
Lebensweg. Mich nicht ohne ihn auf den Weg zu machen. Er lässt sich auf
meine Wege ein und zugleich darf ich ihn nach dem Weg fragen. Er
überlässt mir das Steuer und weicht doch nicht von meiner Seite. Und
selbst wenn ich ihn bitte, auszusteigen, drängt er sich mir nicht auf.
Jesus mit auf den Weg zu nehmen, ist meine freie Entscheidung. Und es
ist eine gute Entscheidung. Mit Jesus auf dem Weg – damit fahre ich gut! |
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Eine Liebeserklärung Nur ein Viertel der Deutschen betet täglich, ein anderes Viertel betet nie – so das Ergebnis einer Umfrage in Deutschland. Die Kommunikation unserer Gegenwart scheint keine Grenzen mehr zu kennen; nur eine Verbindung wird immer seltener aufgebaut: das Gespräch mit Gott. Ist das das letzte Wort über das Gebet? Falsch verbunden?! Kein Anschluss unter dieser Nummer? Versuchen wir doch die scheue Annäherung an eine zerbrechliche Sprache, die vom Aussterben bedroht ist; an ein leises Lebenszeichen, das wir Ihm zusenden, an eine fast verpasste Gelegenheit. Sammeln wir Fragmente einer Sprache der Liebe, einer Sprache der Klage und der bohrenden Frage, einer Sprache des Staunens und des überwältigenden Danks. Vielleicht geht uns dabei auf, dass uns diese Sprache wie ein roter Faden führt durch das Labyrinth unserer alltäglichen Irrungen und Wirrungen zu einem Ohr, das offen steht für uns. Und vielleicht entdecken wir, dass das Gebet kein Bestellzettel ist für noch so berechtigte Wünsche, sondern eher eine Liebeserklärung, unser gebrochenes Echo, unser Nach-Wort auf ein göttliches Ja-Wort. Keine Technik, kein Tipp, keine Methode kann dazu verhelfen, die immer seltener gewählte oder abgerissene Verbindung zu Gott aufzubauen. Nirgendwo ist der Glaube konkreter, persönlicher als im Raum des Gebets. In das Bethaus muss sich jeder selbst wagen. Wann beten wir? Wenn Versagen droht? Wenn wir am Ende sind? Wenn wir überwältigt sind? Ist Beten allein die Sprache der „Endzeit“? Warum sich nicht eingestehen, dass sich beim Beten Langeweile und Müdigkeit breit machen, dass der Beter des Öfteren „geistlich weggetreten“ ist; dass ihm ein kleiner Mann im Ohr sitzt, der ihm zuflüstert: Anderswo kannst du deine Zeit besser verbringen … Vielleicht werden wir in unserem Leben nur ein einziges Mal das Vaterunser, Satz für Satz, Wort für Wort, bei vollem Bewusstsein, in reiner Geistesgegenwart beten. Die Ehrlichkeit, sich die eigene Unlust und Trockenheit einzugestehen, ist schon Gebet. Wie lerne ich dieses Kunst-Werk, mit Gott zu kommunizieren? Wer bringt mir dieses Talent bei, herauszurücken mit der Sprache des Glaubens? Wie lerne ich Freude am Versteckspiel Gottes, der sich im nur scheinbar glaubensleeren Alltag verbirgt und entdeckt und benannt werden möchte? Wie lerne ich Freude daran, mit Gott zusammen zu sein und mich auf seine Gegenwart einzustellen? Wie nähert man sich einem Geheimnis? In diesen Selbstversuch müssen wir uns ohne Patentrezept wagen – mit einer einzigen Gewissheit: Das Gebet hängt nicht am Wort, sondern am Glauben. Jedes noch so bruchstückhafte Stammeln, jedes Stillesein und einfach hinhören, jedes verzagte Sprechen kommt an. Weder Schönheit oder Gewandtheit des Textes ist ausschlaggebend, sondern einzig das wahrhaftige Ausstrecken nach dem göttlichen Geheimnis. In diesem Sinne und Glauben dürfen wir also beten: Guter Gott, trage meine Sprechversuche, meine Buchstaben, meine Ähs und Achs, meine leisen Ja und Amen zusammen und nimm es alles an – als mein Gebet. Amen. |
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