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Amnestie für Amnesie?
Hunderte von Kirchen sind in den letzten Jahren
geschlossen, umgewidmet, abgerissen worden – von den betroffenen
Gemeinden einmal abgesehen – sang- und klanglos, ohne Aufmerksamkeit,
geschweige denn Protest oder Empörung.
Der – zugegeben technisch Aufsehen erregende und zu
begrüßende – Umzug einer einzelnen denkmalgeschützten Kirche vom
sächsischen Heuersdorf ins zwölf Kilometer entfernte Borna (um dem
Braunkohletagebau zu weichen) war dagegen mehrmals Thema in den
Hauptnachrichten.
Über Hundert Moscheen werden zurzeit in Deutschland
gebaut oder sind geplant. Und die Empörung ist mancherorts groß,
erreicht zum Beispiel auch die Politik. Doch anstatt sich über das
Anwachsen des Islams aufzuregen (oder gar über die alberne Frage, ob
Minarette höher sein dürfen als Kirchtürme), sollte uns das Schwinden
des Christentums Sorge machen.
Die prägende Kultur dieses Landes verschwindet und vielerorts wird es
nicht zur Kenntnis genommen. Was der christliche Glaube für dieses Land
an Gutem bedeutet hat und – davon bin ich felsenfest überzeugt – immer
noch bedeutet, wird glatt vergessen.
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Gedächtnisverlust. Amnesie. Und sogleich wird für
diese Amnesie auch noch die Amnestie erteilt: Alles ist beliebig, jede
und jeder soll auf ihre und seine Weise glücklich werden, jede
Lebenseinstellung gleich gültig (was nichts anderes bedeutet als
gleichgültig), kein Wert, der nicht zur Diskussion gestellt wird.
Abtreibung, Sterbehilfe, verbrauchende Embryonenforschung, Folter – man
kann ja mal über alles reden. Nein, können wir eben nicht. Dem Menschen
sind Grenzen gesetzt durch Gott. Und es hat uns nicht geschadet, diese
Grenzen zu beachten.
Doch was hat diesen kollektiven Gedächtnisverlust
verursacht? Ich befürchte, die Christen sind daran nicht ganz schuldlos.
Wir sind – so glaube ich – nicht widerborstig genug. Wir freuen uns,
wenn irgendein Prominenter von sich erzählt, er wäre mal Messdiener
gewesen, anstatt ihn zu fragen, warum er heute als Erwachsener kein
Christ mehr ist. Glaube und Christentum sind doch nicht nur etwas für
Kinder; Kinderkram. Ich glaube, wir haben zu oft in das hohe Lied der
Harmonie eingestimmt; ohne immer zu beachten, zu was allem wir um des
lieben Friedens willen Ja und Amen gesagt haben. Die Kirchen werden –
befürchte ich – nicht mehr ernst genommen, weil sie zu oft zu leise, zu
betulich aufgetreten sind. Die Fastenzeit lädt dazu ein, Jesus zu
betrachten, wie er in der Wüste den wohlklingenden Versuchungen des
Teufels entschieden und auch zornig widerstanden hat und wie er für
seine Überzeugungen in den Tod gegangen ist. Und die Osterzeit erinnert
uns daran, welch machtvolle Botschaft wir haben: Die österlichen
Hallelujas werden nicht gesäuselt, es sind Weckrufe.
Michael Tillmann
Mit freundlicher Genehmigung
Bergmoser + Höller Verlags AG
Letzte Änderungen:
24.01.2008 Ergänzung GKR
24.01.2008 Ergänzungen unter Aktuelles/Neuigkeiten
24.01.2008 Einfügen der neuen Termine unter Gottesdienste/Seniorenheim
24.01.2008 Einfügen der neuen Termine unter Gottesdienste/Vorschau
31.12.2007 Einfügen der Hauptseite Predigten unter Gottesdienste
31.12.2007 Einfügen der Predigt vom 1.+2. Christvesper 2007 unter Predigten
31.12.2007 Einfügen der Predigt vom 3. Christvesper 2007 unter Predigten
31.12.2007 Einfügen der Mitternachtsandacht vom 24.12.007 unter Predigten
31.12.2007 Einfügen der Predigt vom 1. Weihnachtsfeiertag 200 unter Prädigten
22.12.2007 Einfügen der Fotos vom Krippenspiel 2007 unter Aktuelles/Vergangenes
22.12.2007 Einfügen der Fotos vom Sommerfest 2007 unter Aktuelles/Vergangenes
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