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RSSPrint

Losung vom 24. Juli 2021

Josef tröstete seine Brüder und redete freundlich mit ihnen.
1. Mose 50,21

Kein hässliches Wort komme über eure Lippen, sondern wenn ein Wort, dann ein gutes, das der Erbauung dient, wo es nottut, und denen, die es hören, Freude bereitet.
Epheser 4,29

[© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine]
[Weitere Informationen finden Sie hier]

Gedanken zum Monatsspruch - Juli 2021

„Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“
Apg. 17, 27

Liebe Gemeindeglieder und gemeindlich Interessierte,
Dieses Wort aus der Apostelgeschichte Kapitel 17 Vers 27 steht über dem Monat Juli. Es stammt aus einer Rede des Apostels Paulus auf dem Areopag in Athen, in die er auch Dichter und Denker seiner Zeit einbezieht. Es war für die meisten Menschen in der Antike klar, dass der Mensch von Gott stammt und das Werk Gottes ist. So nimmt Paulus Bezug auf eine Dichtung von Aratus von Soloi (*ca. 310 v. Chr.; †245 v. Chr).

Aratus hat Dichtungen über die Erscheinungen am Himmel verfasst und sich Gedanken über den alle Dingen wirkenden Weltgrund gemacht. Aratus nennt die Menschheit das Geschlecht des höchsten Gottes. Diese Verse sind für Paulus der Anknüpfungspunkt auf das hinzuweisen, was wir als Christen für unser Leben wissen dürfen: Jede und Jeder ist ein unverwechselbares Geschöpf des lebendigen Gott, der uns in Jesus Christus sein Angesicht zeigt. Wir haben unser Leben von Gott als Geschenk empfangen und dürfen es in seiner Schöpfung leben und erleben, seiner Schöpfung die uns Gott als Schöpfer vor Augen malt.

Die Rede des Apostels mündet dann in der Botschaft von der Auferweckung Jesu. Gott hat seinen Sohn, nachdem ihn Menschen gekreuzigt haben, zu neuem Leben auferweckt und hat darin für uns den Tod definitiver, ewiger Gottlosigkeit besiegt. Daraus erwächst Hoffnung für diese ja auch von Sterben gezeichnete Schöpfung und die Gewissheit, dass unser Leben in Gott selbst sein Ziel hat, in IHM aufgehoben ist.

Pfarrer Dr. Joram Luttenberger

Zeitung "die Kirche"

"die Kirche" ist die Evangelische Wochenzeitung für Berlin, Brandenburg und die schlesische Oberlausitz. Sie berichtet wöchentlich auf 16 Seiten in aktuellen Beiträgen, Reportagen und Interviews über regionale und überregionale Themen aus Kirche, Politik und Gesellschaft.

Offene Dorfkirche

Auch und ganz besonders in diesem Jahr, in dem wir das 150. Jubiläum unserer Dorfkirche feiern, wollen wir sie wieder sonntags von 14.00 bis 16.00 für Besucher öffnen.
Natürlich müssen wir weiterhin die „AHA“-Regeln einhalten.
Wir hoffen und freuen uns auf gute Begegnungen und danken allen, die sie ermöglichen.

Rituale

Neue Rituale während der Pandemie – Ein Bericht von Ricarda Creutz

In den letzten Wochen und Monaten gab es immer wieder Veränderungen, sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Sein. Vieles wurde eingeschränkt, manches verboten, aber ich habe auch einiges Neues entdeckt. Neues in der Natur, in meiner unmittelbaren Umgebung, ja auch an mir selbst.
Seit einem Jahr arbeite ich im Homeoffice. Die Fahrtzeit, die ich dadurch am Morgen und am späten Nachmittag einspare, habe ich genutzt, neue Rezepte, mir unbekannte Zutaten oder auch Back- bzw. Kochtechniken auszuprobieren. Ich habe viel Freude dabei empfunden. So ist für mich ein neues (Feierabend) Ritual entstanden.
Was ist ein Ritual und warum tun uns Rituale so gut? Rituale können Handlungen sein, die einfach nur Orientierung geben, oder auf etwas hinweisen. Rituale sind gemeinschaftsbildend. Sie bewahren Erinnerungen und sorgen dafür, dass bestimmte Einsichten oder auch Ansichten nicht verloren gehen. Rituale sind Handlungen, die einen Raum eröffnen, mit dem Heiligen berührt zu werden. Gemeinsame Rituale stärken den Zusammenhalt.

Rituale können Handlungen sein, die einfach nur Orientierung geben, oder auf etwas hinweisen. Rituale sind gemeinschaftsbildend. Sie bewahren Erinnerungen und sorgen dafür, dass bestimmte Einsichten oder auch Ansichten nicht verloren gehen. Rituale sind Handlungen, die einen Raum eröffnen, mit dem Heiligen berührt zu werden. Gemeinsame Rituale stärken den Zusammenhalt.

Jedes Ritual hat seine eigene Zeit. Der regelmäßige Vollzug eines Rituals bindet sich an einen bestimmten Zeitpunkt. Rituale ordnen das Alltagsleben und ziehen eine Grenze zum Alltäglichen, sie konzentrieren und fokussieren. Sie sind nicht das Alltagsleben! - Sie sind etwas Besonderes. Rituale strukturieren den Tagesablauf und spiegeln Geborgenheit und Verlässlichkeit wider.
In der Wiederholung der Rituale kommt Tiefe zum Ausdruck, wir finden Zeit füreinander, lernen uns auf eine andere Weise kennen, bilden Vertrauen. Hier wächst Gemeinschaft auch in besonderen Zeiten. Während des Rituals geben wir uns Zeit, Zeit der Wahrnehmung, gegenseitiger Achtung und Fürsorge. Wir schaffen Räume im häuslichen Alltag, in der Familie oder im gesellschaftlichen Umfeld, in der Gemeinde. Wir gestalten unseren Alltag nicht allein, sondern legen ihn in Gottes Hand. Wir lassen uns berühren durch Gottes Nähe und versammeln uns gemeinsam unter Gottes Wort, hoffen auf Gottes Geist, um Frieden zu finden, gesegnet zu werden und einander Mut und Zuversicht weiterzugeben.
Beim Ritual geht es um das Sichtbarmachen einer tieferen, symbolischen Bedeutung. Dies geschieht besonders durch wiederkehrende Handlungen, gleiche Orte, vertraute Rhythmen.

Matthäus 18, Vers 20 - Jesus spricht: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Ich lade Sie herzlich ein, mein neues Ritual mit mir zu teilen:
Hier finden Sie ein aktuelles Rezept zum Nachmachen - Spargel-Eier-Quiche (als PDF)
Ich wünsche gutes Gelingen!

Ostergruß 2021

Liebe Gemeindemitglieder,
nun ist schon ein Jahr vergangen seit dem letzten Ostergruß an Sie. Und noch immer stehen wir unter dem Eindruck und den Auswirkungen des Corona-Virus und seiner Resistenz. Doch  konnten wir in dieser Zeit trotz allem Auf und Ab und Für und Wider in Politik und Gesellschaft, trotz Krankheit und Abschieden auch in unserem Umfeld, trotz allen traurigen und auch schlimmen Botschaften weltweit, in Frieden und Wohlstand leben. Das ist Grund zu tiefem Dank!
Dabei soll nicht vergessen sein, dass diese Zeit für viele auch eine angstmachende und sehr beunruhigende Zeit hinsichtlich ihrer Existenz, der sich damit verbindenden Sorgen, der Perspektivlosigkeit und lähmenden Ohnmacht ist. Letztere bestimmen uns alle irgendwie mehr oder weniger. Wie eine lähmende Glocke hat sich der scheinbar Endlos-Lockdown auf viele von uns gelegt. Noch immer kein Ende in Sicht! Wieder erneut Verschärfungen der Kontaktbeschränkungen über Ostern. Sie beeinträchtigen unsere Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität. Wieder ist Begegnung nur medial, per Telefon oder durch die Glasscheibe möglich. Keine Umarmung, kein Kuss, kein Spüren der körperlichen Wärme meines Gegenübers. Ein super kleines, für das bloße Auge nicht sichtbares lebendiges Wesen, in seiner Wirkung unberechenbar, hat unser Dasein, unser Leben und Miteinander verändert und tüchtig durcheinandergewirbelt.

Es findet seinen Ausdruck in der Angst vor persönlicher Erkrankung, dem Bangen um Erkrankte und zugleich dem Hoffen auf ihre Genesung, dem Abschied von Angehörigen ohne bei ihnen gewesen sein zu können, der Ungewissheit wie lange diese Zeit mit ihren Einschränkungen des persönlichen und allgemeinen Lebens noch andauern wird u.a.m. Zudem spüren wir die Veränderungen des gesellschaftlichen Miteinanders. Ein fehlender breiter wissenschaftlicher Diskurs zum Umgang mit Corona, Stigmatisierungen  und Ausgrenzungen Andersdenkender, Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte, Vertrauensverlust in die Politik. Und schauen wir über unsere Landesgrenzen hinaus, dann sehen wir an vielen Orten auf der Welt, wie immer stärker Demokratie gefährdet ist und es aufgrund dessen aller Anstrengung bedarf, ihre Werte zu schützen und zu verteidigen.

Unsere Gesamtsituation, in der wir zurzeit weltweit leben, zeigt uns etwas sehr deutlich: unsere menschlichen Grenzen und unser Angewiesensein auf Gott!  Sie zeigt zudem, wie schwer es ist, Folgen menschlichen Handelns – und das sind z.B. die Zoonosen1, die u.a. Corona bedingen-,  abzuschätzen, ihnen ausgeliefert zu sein und wieder unter Kontrolle zu kriegen. Und sie zeigt uns allen, dass unser wunderbarer blauer Planet, ein höchst fragiles in sich stimmiges Schöpfungswerk ist, dass dem menschlichen Handeln Grenzen auferlegt, die er um seinetwillen und der Mitwelt respektieren muss, will er nicht zugrunde gehen. Karfreitag weist uns auf Gottes Weg zum Leben für uns Menschen hin. Christus starb für unsere Sünden, die darin bestehen, dass wir uns immer wieder Gott, dem Schöpfer des Universums, unserer wunderbaren Erde und allen Lebens darauf widersetzen, seine Gebote missachten und seine ausgestreckte Hand, die er uns in Christus reicht, ausschlagen.  In ihm schenkt er uns Vergebung unseres Versagens, ein neues Herz und einen neuen Geist und damit verbunden eine neue Ausrichtung unseres Lebens auf ihn hin, der uns damit betraut hat, die Erde, als die uns von ihm anvertraute Lebensgrundlage, zu bewahren -  ihm zum Lob und uns allen zur Freude für die Zeit, die uns hier auf der Erde geschenkt ist. Mit der Auferweckung Christi, die wir Ostern feiern, sind wir im Glauben an ihn mit auferweckt zu diesem von Gott für uns vorgesehenen Leben, ihm zur Ehre und seiner Erde und allen Lebens darauf zum Heil. Und wenn wir wieder schuldig werden, dann dürfen wir zu ihm kommen, Christus, und seine Vergebung und Erneuerung unseres Seins und Handelns erbitten und im heiligen Abendmahl vergewissernd erfahren. Gott schenkt uns in Christus neue Lebensperspektive auch gegen den Augenschein dieser Weltwirklichkeit, die sogar noch über unser irdisches Leben hinausreicht: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.

Liebe Gemeindemitglieder, auch in dieser bedrängten Zeit dürfen wir aufgrund dessen berechtigt Hoffnung haben für unser persönliches Leben, das unserer Gesellschaft und der uns anvertrauten Welt. Deshalb Ihnen allen frohe, gesegnete Ostern!
Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer

Joram Luttenberger

1 Zoonose ist eine Infektionskrankheit die vom Tier auf den Menschen und vom Menschen auf Tiere übertragen werden kann.
Quelle: Deutsches Zentrum für Infektionsforschung e.V.

Wir gedenken der seit Beginn des Kirchenjahres in unserer Gemeinde Verstorbenen: A. Köpke, A. Sämann, J. Wunder, V. Heiser, B. Trahm, S. Richter, A. Richter
Für alle, die um sie trauern, erbitten wir Gottes Beistand und Trost im Licht von Ostern.

Oster-Segen

Durch deine Macht, Gott,
hast du Jesu Kreuz
zum Baum des Lebens verwandelt.
Durch deine Macht, Gott,
verwandelst du unsere Angst in Zuversicht,
unsere Lähmung in neuen Mut.
So wird unser Leben zu einem Gleichnis
für die Auferstehung vom Tod zum Leben.

Segne unseren Baum des Lebens,
damit das tote Holz anfängt
Knospen zu treiben und zu blühen!

Hanna Strack

Theologischer Abend in der Dorfkirche

Die Heilige Schrift hat eine ungewöhnliche Kraft Leiden wahrzunehmen und dem Leid standzuhalten! Diese Kraft gründet in dem Glauben an Gott als dem Schöpfer und der damit verbundenen Erfahrung der Wirklichkeit als Schöpfung.
Im Rahmen der Passionszeit findet am 26. März 2021 um 18:00 Uhr eine Veranstaltung unter der Überschrift: „Aspekte zum Thema Leid aus biblischer Sicht“. Nach einem Vortrag, gehalten von Pfarrer Dr. Joram Luttenberger, in dem das Thema inhaltlich entfaltet wird, soll ein Austausch über die Frage nach dem Leid und dem Glauben an Gott stattfinden.
Herzliche Einladung

Spendenaufruf - Ziffernblatt

In diesem Jahr feiert unsere Dorfkirche ihr 150. Jubiläum. Dazu soll die Jubilarin äußerlich ein wenig hübsch gemacht werden. Ein Verschönerungsobjekt ist das Ziffernblatt der Turmuhr. 1895/96 angeschafft ist sie ein wenig jünger als unsere Kirche, hat also 2021 auch ein kleines Jubiläum. Aber die Zeit hinterlässt Spuren. So hat das Ziffernblatt in den letzten Jahren gelitten. Farbschichten sind abgeblättert und die Lesbarkeit ist beeinträchtigt. Deshalb soll es samt Zeiger erneuert bzw. überholt werden.

Erste Kostenschätzungen ergaben einen Betrag von knapp 4.000 €. Wem das Äußere unserer Kirche am Herzen liegt oder wer die Vergänglichkeit des Zeitmessers etwas aufhalten möchte, kann sich gerne “zeitnah” finanziell in Form einer Spende an der Wiederherstellung des Ziffernblattes beteiligen.
Eine Spende kann im Gemeindebüro abgegeben oder überwiesen werden. Die Bankverbindung lautet:

Empfänger: Ev. Kirchenkreis Lichtenberg/Oberspree
IBAN: DE 63 1005 0000 0190 6897 65

Als Verwendungszweck ist anzugeben: RT 116  Spende Turmuhr
Die Kirchengemeinde kann Spendenbescheinigungen für die Einkommensteuererklärung ausstellen.

Neujahrsgruß 2021

Liebe Gemeindeglieder und gemeindlich Interessierte

JESUS CHRISTUS SPRICHT: SEID BARMHERZIG, WIE AUCH EUER VATER BARMHERZIG IST!

Mit diesem Aufruf Jesu als Jahreslosung werden wir auf den Weg durch das neue Jahr 2021 gestellt. Seid barmherzig! ... und zwar so wie Gott, unser himmlischer Vater, barmherzig ist. Es gilt also zunächst die Barmherzigkeit Gottes im neuen Jahr neu zu buchstabieren. Wie kann dies gelingen – an 365 Tagen?
Das Bild auf der Vorderseite lässt die Umsetzung leicht erscheinen und macht hoffentlich Freude, sich auf diese Aufforderung einzulassen. Geöffnete Kinderhände werden von Erwachsenenhänden umfangen… und in den geöffneten Kinderhänden liegt ein rotes Herz… wie ein Geschenk. Die Haltung der Hände erinnert an eine alte Gebetshaltung und an die Bitte: Lieber himmlischer Vater, schenke mir deine Liebe.
Wir hören oder lesen es öfter, dass wir Gottes geliebte Kinder sind, wir dürfen es gerade in dieser Zeit ganz neu für uns fassen und gelten lassen.

 

Der Apostel Johannes macht im 1. Johannesbrief für uns dazu eine einzigartige Aussage: Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm (Jesus Christus) gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1. Joh 3,2) Dieser Zuspruch eröffnet eine lebendige Hoffnung, die wir in einer vom Tod gezeichneten Welt haben.
Die Liebe Gottes ist eine Zusage, die wir mitten im bedrängen Alltag dieser Tage spüren dürfen. Wie gut tut es zu erleben:
Egal, was ich angestellt habe, was mein Leben auch zeichnet, Gott ist für mich da… wie der liebende Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-24).
Auf dem Bild halten die Kinderhände das Herz ganz behutsam in den Händen – als ein besonderes Geschenk.
Ein Geschenk, das einen selbst tief berührt… und das man außerdem an andere weitergeben kann. Denn das Herz wird uns Betrachtern förmlich hingehalten: hier, für Dich.
Die großen Hände wirken dabei wie eine Bestätigung: wie schön, dass Du dieses Herz, diese Liebe an andere verschenken möchtest. Und dieses Miteinander von großen und kleinen Händen erinnert an die vielen Momente, in denen wir wahrnehmen durfte, wie kleine Kinder das Verhalten von uns Erwachsenen nachahmten.
In Bezug auf die Jahreslosung sind wir nun die Kinder, die Kinder Gottes, die eingeladen sind, die Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters in die Welt hinein zu spiegeln.
Die Barmherzigkeit Gottes, sie zieht sich durch die gesamte Bibel. Hinter diesem Wort steht ursprünglich die unüberbietbar tiefe Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Eine Liebe, die nicht unbedingt vernünftig oder durchdacht erscheinen muss und alles andere als selbstsüchtig ist, die jedoch von einer Kraft ist, die sich durch nichts beirren lässt.
Aus dieser innersten Bewegung heraus wendet sich Jesus im Evangelium dem Einzelnen zu. Er antwortet auf den Glauben, ja den kindlichen Glauben, der IHM entgegengebracht wird.
Glaubende sind alle diejenigen, die sich bittend an Ihn wenden und gegen allen Augenschein alles von Ihm erwarten. Dieser Glaube empfängt, er empfängt, selbst wenn er am Rande des Unglaubens steht:
„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ (Markus 9,24).
Unter dieser Losung sind wir durch das vergangene Jahr gegangen. Doch es gilt: Auch wenn der Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn wird der Berg weichen müssen, da sich der Glaube in die Arme des Barmherzigen Vaters wirft, dem vertraut, der allein Berge versetzen kann:
Ehe denn die Berge wurden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Psalm 90,2).
Unser himmlischer Vater antwortet auf den noch so kleinen Glauben mit seiner großen Schöpferkraft. Wer glaubt sieht von seinem eigenen Vermögen weg zu dem hin, dem er glaubt: Dem himmlischen Vater. So darf man gegen allen Augenschein, alles von IHM dem barmherzigen Vater erwarten.
Wie sich seine Barmherzigkeit dann in der vom Sterben gezeichneten Welt spiegelt, beschreibt beispielsweise die Erzählung vom Barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37).
Der Samariter sorgt ganz uneigennützig für den Überfallenen. Er ist einfach für ihn da, auch wenn er weiß, dass er von der Religionsgemeinschaft des unter die Räuber Gefallenen ausgegrenzt ja abgelehnt wird. Er verliert sich trotzdem nicht in Fragen. Er nimmt die Not wahr, lässt sich davon berühren und handelt daraufhin spontan – ohne persönliche Rücksicht und ohne vorherige politische Absicherung.
Wie sehr braucht es diese Art von Handeln, wie sehr braucht es die Barmherzigkeit in der heutigen Zeit, in der so viele weltweit und in der Nachbarschaft von Corona oder den Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen sind.
Lassen wir uns – wie das Kind auf der Karte – neu von Gottes Liebe beschenken. Wenden wir uns bittend an IHN und erwarten gegen allen Augenschein alles von IHM. Geben wir weiter, was dieser Glaube empfängt.
So öffnen wir uns dieser Liebe und lassen uns von Gottes Barmherzigkeit prägen, die wir dann, oft unbemerkt von uns selbst, Tag für Tag weitergeben, an den einen Menschen, den Gott uns aufs Herz legt bzw. in den Weg führt.

Ihre Kirchengemeinde Marzahn
Pfarrer Dr. Joram Luttenberger

Letzte Änderung am: 11.07.2021